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24.06.2015

Werner Föckler wird 70

WF70

Werner Föckler wird 70

Legendär! DFB Pokalendspiel 26. Mai 1985. Bayer 05 Uerdingen – FC Bayern München. Werner zeigt Lothar Matthäus die Gelbe Karte.

Das Werner zwischen 1974 und 1992 u.a. 127 Bundesliga und 104 2. Liga Spiele gepfiffen hat, kann man jederzeit im WWW nachlesen. Doch dass er schon mehrere hundert Spiele für den TVE am „Grünen Tisch“ bestritten hat wissen wohl nicht sehr viele.

Die Redaktion unserer Abteilungszeitung  „Kantenball“  veröffentlichte 2007 folgendes Portrait über Werner:

Der 1945 geborene heutige Vorruheständler ist ein waschechter Ellerstadter. Er ging dort zur Schule und hat bereits mit 9 Jahren in der C- Jugend mit dem Fußball begonnen. Mit 14 Jahren begann er seine Ausbildung als Dreher in der BASF, die er 1963 erfolgreich abschloss. Im gleichen Jahr begann er beim TVE mit dem Tischtennis, wozu ihn sein ehemaliger Klassenlehrer, Karl-Heinz Schwarzweller, überredete. In Abendkursen bildete er sich zum REFA-Ingenieur weiter und erwarb die Meisterprüfung. In seiner Firma bot man ihm dann die Stelle als Lehrlingsausbilder an. Diese Arbeit mit jungen Leuten machte ihm sehr viel Spaß, sodass er diese Tätigkeit bis zu seinem Vorruhestand ausübte.

In einer Sitzung im Jahr 1968 hielt es der damals amtierende 1. Vorsitzende des TV Ellerstadt, Eitel Kesselring, für notwendig, einen vereinseigenen Schiedsrichter zu melden, um in den Genuss von Geldern seitens des Fußballbundes zu gelangen. Man stellte wenn auch schweren Herzens, den überaus wertvollen und vielseitig verwendbaren aktiven Spieler Werner Föckler zu einem Lehrgang ab, um dort die Prüfung ablegen zu können. Das gelang auch mit gutem Erfolg im Jahr 1969. Nun begann er in den unteren Klassen zu pfeifen und spielte zusätzlich beim TVE noch Fußball und Tischtennis. Trotz einiger erfolgreicher Jahre im Tischtennis, wo er mit dem TVE etliche Meisterschaften und Pokale gewann, zog es ihn immer mehr zur Schiedsrichterei. Als in Ellerstadt zwischendurch die TT- Abteilung aufgelöst wurde, verschlug es ihn nach Birkenheide und später dann nach Gönnheim, wo er mit beiden Vereinen ebenfalls viele Erfolge feierte. Trotz allem war er immer noch beim TV Ellerstadt als Co -Trainer und Spieler im Fußball tätig.

Zwischenzeitlich heiratete er seine heutige Frau (mittlerweile verstorbene) Frau Traudel und bald komplettierten 3 Kinder die Familie. Da nun die Wohnung in Weisenheim am Sand zu klein wurde, begann er mit dem Bau eines Eigenheimes, bei dem ihn einige Ellerstadter Tischtennisspieler in vorbildlicher Weise unterstützten, wofür er heute noch dankbar ist.

Langsam begann dann seine Schiedsrichter Laufbahn Formen anzunehmen und stetig und in schneller Folge ging es nach oben. Nach 3 Jahren leitete er schon Spiele der höchsten Amateurklasse im Verband, der damaligen 1. Amateurliga, und im 4. Jahr dann Spiele der Regionalliga. Im 5. Jahr schaffte er den Sprung in die 2. Bundesliga was noch keinem Schiedsrichter in einer derart kurzen Zeitspanne gelungen war. Im Jahr 1980 wurde er mit 35 Jahren als damals einer der jüngsten Schiedsrichter in die 1. Bundesliga berufen. Ein besonderes  Highlight im ersten Jahr war das damalige Schlagerspiel Borussia Mönchengladbach – Bayern München. 1982 durfte er mit dem bekannten Schiedsrichter Walter Eschweiler als Linienrichter zum Endspiel der Landesmeister nach Barcelona reisen, sein internationales Debüt vor 116.000 Zuschauern, wovon er noch heute schwärmt.

Im gleichen Jahr kam er dann selbst auf die „Internationale Liste der FIFA-Schiedsrichter’’, wo er über 10 Jahre lang viele Länder- und Europacupspiele geleitet hat. Eine besondere Auszeichnung war für Werner seine Nominierung als jüngster Schiedsrichter in der Bundesligageschichte für das erste Pokalendspiel 1985 in Berlin zwischen Bayer Uerdingen und Bayern München.

Tolle Erinnerungen für ihn sind auch die Turniere in China und Indonesien (Nordsumatra) sowie die Teilnahme bei der Studentenweltmeisterschaft in Kobe in Japan im Jahr 1986. Mit annähernd 80 internationalen Einsätzen und 127 Bundesligaspielen sowie 3 Spielen im Austausch mit der Schweiz und vielen Einsätzen in der 2. Bundesliga und im DFB - Pokal endete seine Schiedsrichterlaufbahn im Jahr 1992, als er aus Altersgründen ausscheiden musste. Im gleichen Jahr wurde er in den Lehrstab des DFB berufen, wo er bis heute noch als Schiedsrichter-Beobachter in allen Klassen tätig ist. Gleichzeitig übernahm er einige Positionen im Bereich des Südwestdeutschen Fußball- Verbandes und wurde 1998 in dessen höchstes Gremium berufen. Inzwischen ist er „Chef’“ von über 2500 Schiedsrichtern im SWFV. Sein prominentester Schüler ist Markus Merk aus Kaiserslautern.

Nachdem er in seiner Bundesligazeit aus Zeitgründen sein TT- Hobby aufgegeben hatte, begann er in der Saison 2000/01 wieder bei „seinem“ TV Ellerstadt. Nachdem er zunächst in der dritten Mannschaft anfing, ging es auch hier durch seinen unbändigen Trainingsfleiß ständig bergauf und inzwischen ist er als Spieler der 1. Mannschaft nicht mehr wegzudenken. Sein Lieblingssport Tischtennis dient ihm vor allem als Entspannung von seiner stressigen Arbeit im Schiedsrichterwesen. Zusammenfassend lobt Werner Föckler seine Förderer Rolf Weilbrenner (früherer 1. Vorsitzender) und Peter Frech, den er als großes Vorbild und Freund sowie unermüdlichen Kämpfer sieht. Das war für ihn auch immer ein Grund, dem TVE trotz vieler lukrativer Angebote bis heute treu zu bleiben. Wir wünschen ihm und uns, dass er noch viele Jahre bei bester Gesundheit nicht nur die Geschicke der Schiedsrichter beim SWFV leiten kann, sondern insbesondere auch uns Tischtennisspielern als guter Sportkamerad und aktiver Spieler erhalten bleibt.

 

Geschrieben 2007 – aktueller denn je!

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